Farbenblindheit Test — Kostenloser Online-Sehtest für Farben
Machen Sie einen kostenlosen Online-Test auf Farbenblindheit. Lesen Sie die versteckten Zahlen auf 8 programmatisch erzeugten Farbtafeln, um Tendenzen bei der Rot-Grün- und Blau-Gelb-Unterscheidung zu prüfen. Dies ist ein schneller Selbsttest und kein medizinisches Diagnoseverfahren.
Was ist ein Farbenblindheit-Test?
Ein Farbenblindheit-Test ist ein schneller Selbsttest, der prüft, ob Sie Zahlen erkennen können, die ausschließlich aus kleinen farbigen Punkten bestehen, um festzustellen, ob Sie beim Unterscheiden bestimmter Farbkombinationen eine bestimmte Tendenz zeigen. Statt vorhandene Testtafeln zu übernehmen, erzeugt dieses Tool jedes Mal eigene Tafeln – auf Basis der „Verwechslungslinien“, also der Farbpaare, die Menschen mit Rot-Grün- (Typ 1/2) oder Blau-Gelb-Sehschwäche (Typ 3) häufig verwechseln.
Von den 8 Tafeln sind 2 Referenztafeln mit einem großen Helligkeitsunterschied, die fast jeder unabhängig vom Farbsehen erkennen kann. Sie bestätigen, dass Sie das Punktmuster überhaupt lesen können, bevor die übrigen 6 Tafeln (3 Rot-Grün, 3 Blau-Gelb) zur Bewertung herangezogen werden.
So machen Sie den Farbenblindheit-Test
- Bildschirm auf Standardfarbeinstellungen zurücksetzen Schalten Sie den Nachtmodus oder ein individuelles Farbprofil vor dem Start aus, damit Farben korrekt angezeigt werden.
- Test in einem gut beleuchteten Raum durchführen Spiegelungen und zu wenig Licht beeinflussen die Farbwahrnehmung; nutzen Sie Tageslicht oder weißes Innenlicht.
- Die erkannte Zahl bei jeder Tafel eingeben Lesen Sie die aus farbigen Punkten gebildete Zahl, geben Sie sie ein und klicken Sie auf „Weiter“.
- „Ich erkenne nichts“ wählen, wenn Sie wirklich nichts sehen Raten Sie nicht wahllos – eine ehrliche Angabe von „Ich erkenne nichts“ liefert ein aussagekräftigeres Ergebnis.
- Alle 8 Tafeln beantworten, um das Ergebnis zu sehen Nach der letzten Tafel sehen Sie Ihre Ergebnisse für die Rot-Grün- und Blau-Gelb-Unterscheidung.
Tipps für die Nutzung
- Auf Smartphone oder Tablet die Helligkeit hochstellen und den Bildschirm so ausrichten, dass keine Spiegelungen oder direktes Sonnenlicht auftreten.
- Antworten Sie mit der Zahl, die Ihnen als Erstes einfällt, statt lange zu überlegen – das entspricht eher Ihrer alltäglichen Farbwahrnehmung.
- Wenn Sie eine Referenztafel falsch beantworten, liegt das Ergebnis wahrscheinlicher an Bildschirm oder Beleuchtung als am Farbsehen; versuchen Sie es in einer anderen Umgebung erneut.
- Den Test mehrmals zu unterschiedlichen Zeiten zu wiederholen hilft, die Konsistenz des Ergebnisses zu prüfen.
- Vergleichen Sie das Ergebnis auf demselben Bildschirm mit Familie oder Freunden – so lassen sich Unterschiede in der Farbwahrnehmung leicht erkennen.
Wofür sich dieser Test eignet
Neugier auf die eigene Farbwahrnehmung
Ein schneller Weg, einen groben Eindruck der eigenen Farbwahrnehmung zu bekommen, bevor Sie eine offizielle augenärztliche Untersuchung vereinbaren.
Vorbereitung auf Führerschein oder berufliche Eignungsprüfung
Bei manchen Führerscheinklassen und Berufen wird das Farbsehen geprüft; die eigenen Tendenzen vorher zu kennen, kann bei der Vorbereitung helfen.
Erste Einschätzung, wenn ein Kind Farben verwechselt
Verwechselt ein Kind häufig Farbnamen, können Eltern den Test gemeinsam als ersten Anhaltspunkt machen (kein Diagnoseverfahren – bei anhaltender Sorge bitte augenärztlich abklären lassen).
Designer und Entwickler prüfen die eigene Farbwahrnehmung
Die eigene Tendenz beim Farbsehen zu kennen ist zusammen mit unserem Farbenblindheit-Simulator hilfreich, der zeigt, wie eine beliebige Farbe für verschiedene Farbsehtypen aussieht.
Als gelegentlicher Selbstcheck
Die Farbwahrnehmung kann sich mit dem Alter etwas verändern, daher eignet sich dieser Test auch für gelegentliche Selbstchecks.
Glossar rund um das Farbsehen
- Farbsehschwäche (Farbenblindheit)
- Eine Eigenschaft, bei der die farbwahrnehmenden Zapfenzellen der Netzhaut anders reagieren als bei der Mehrheit, wodurch bestimmte Farbkombinationen schwerer zu unterscheiden sind.
- Protanopie / Protanomalie (Typ 1)
- Eine Variante, die die rotempfindlichen (L-)Zapfen betrifft. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, Rot und Grün zu unterscheiden.
- Deuteranopie / Deuteranomalie (Typ 2)
- Eine Variante, die die grünempfindlichen (M-)Zapfen betrifft. Wie Typ 1 führt sie häufig zu Schwierigkeiten, Rot und Grün zu unterscheiden, und ist die häufigste Form der Farbsehschwäche.
- Tritanopie / Tritanomalie (Typ 3)
- Eine Variante, die die blauempfindlichen (S-)Zapfen betrifft und meist Schwierigkeiten macht, Blau und Gelb zu unterscheiden. Sie ist deutlich seltener als Typ 1 und 2.
- Verwechslungslinie (confusion line)
- Eine Linie, die die Farbpaare verbindet, die für eine Person mit einem bestimmten Typ der Farbsehschwäche ähnlich aussehen. Die Tafeln dieses Tests wählen Figur- und Hintergrundfarbe entlang dieser Linien.
- Pseudoisochromatische Tafel
- Allgemeiner Begriff für ein Testbild, das mit Farben, die sich vor allem im Farbton unterscheiden (bei ähnlicher Helligkeit und Sättigung), ein Muster oder eine Zahl darstellt, um Tendenzen bei der Farbunterscheidung zu prüfen.
- Screening
- Eine schnelle, einfache Untersuchung, mit der grob eingeschätzt wird, wer möglicherweise eine bestimmte Eigenschaft oder Erkrankung hat – als Grundlage für die Entscheidung, ob eine gründlichere Untersuchung sinnvoll ist, nicht als endgültige Diagnose.
Häufig gestellte Fragen
Übrigens – die Geschichte des Farbsehtests
Dass manche Menschen bestimmte Farben schwerer unterscheiden können, ist seit Langem bekannt, doch systematische Farbsehtests verbreiteten sich erst ab dem 19. Jahrhundert. Das Wachstum der Farbstoffindustrie und der Eisenbahn, die stark auf farbige Signale zur Gefahrenwarnung setzte, wird oft als einer der Gründe genannt, warum eine objektive Prüfung der Farbwahrnehmung nötig wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte der japanische Augenarzt Shinobu Ishihara ein Testverfahren mit Tafeln, die ausschließlich aus kleinen farbigen Punkten Zahlen oder Formen bildeten. Dank ihrer Einfachheit und leichten Auswertbarkeit wurde dieses Grundprinzip – ein Muster aus einem Feld farbiger Punkte zu lesen – zu einer der weltweit am häufigsten genutzten Methoden zum Farbsehscreening und bildet bis heute die Grundlage vieler Screening-Tools.
In jüngerer Zeit wird neben dem Begriff „Farbenblindheit“ zunehmend auch von „Variation des Farbsehens“ oder „Farbsehvielfalt“ gesprochen – Ausdrücke, die eine abweichende Farbwahrnehmung als eine Eigenschaft unter vielen behandeln, statt als strikte Abweichung von einem „normalen“ Standard. Ob „Schwäche“ oder „Defizit“ die passenden Begriffe sind, wird zwischen Betroffenenverbänden und medizinischem Fachpersonal weiterhin diskutiert.
Eine bestimmte Tendenz bei der Farbwahrnehmung zu haben, führt im Alltag meist zu keinen größeren Schwierigkeiten. Allerdings kann eine Informationsgestaltung, die sich ausschließlich auf Farbe stützt – etwa Diagramme oder Signale, die nur durch Farbe unterschieden werden – für manche Wahrnehmungstendenzen schwerer zu lesen sein. Die eigene Tendenz zu kennen, ist ein hilfreicher erster Schritt, um solche Situationen vorab zu berücksichtigen.