Kontrast-Prüfer (WCAG-Konformitätsprüfung)

Geben Sie zwei Farben ein, um das WCAG-Kontrastverhältnis (Web Content Accessibility Guidelines) zu berechnen und die Konformität mit den Stufen AA und AAA zu prüfen.

Überblick über die WCAG-Kontrastanforderungen

Stufe Zielelement Erforderliches Kontrastverhältnis
AA (Minimum) Normaler Text mindestens 4,5:1
AA (Minimum) Großer Text (ab 18pt oder ab 14pt fett) mindestens 3:1
AA (Minimum) UI-Komponenten und grafische Objekte mindestens 3:1
AAA (Erweitert) Normaler Text mindestens 7:1
AAA (Erweitert) Großer Text mindestens 4,5:1

Nutzungstipps

  • Text- und Hintergrundfarbe lassen sich entweder über den Farbwähler auswählen oder direkt als Hex-Code eingeben (sowohl `#RRGGBB` als auch `#RGB` werden unterstützt).
  • Mit der Schaltfläche "Farben tauschen" lassen sich Text- und Hintergrundfarbe schnell vertauschen und vergleichen, was praktisch ist, wenn Sie mehrere Farbvarianten für ein Logo oder Icon prüfen möchten.
  • Stufe AAA ist strenger als Stufe AA. Die Erfüllung von AA gilt allgemein als empfohlene Mindestanforderung für Websites, während bei Inhalten mit besonders hohem Anspruch an die Lesbarkeit Stufe AAA angestrebt werden sollte.
  • Die Anforderung von mindestens 3:1 für UI-Komponenten und grafische Objekte, etwa Schaltflächenrahmen und Icons, entspricht dem mit WCAG 2.1 neu eingeführten Erfolgskriterium 1.4.11.

Häufig gestellte Fragen

Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind internationale Richtlinien, die Webinhalte für mehr Menschen zugänglich machen sollen. Das Kontrastverhältnis drückt den Helligkeitsunterschied zwischen Text- und Hintergrundfarbe als Zahl zwischen 1:1 (kein Unterschied) und 21:1 (maximaler Unterschied zwischen Schwarz und Weiß) aus. Es dient als objektives Maß für die Lesbarkeit von Text unter unterschiedlichen Bedingungen, etwa für Menschen mit Sehbehinderung, ältere Nutzer oder beim Betrachten eines Smartphone-Displays im hellen Sonnenlicht im Freien.

Je größer ein Zeichen ist, desto leichter lässt sich seine Form erkennen, sodass es auch bei etwas geringerem Kontrast noch gut lesbar bleibt. Die WCAG definieren normalen Text ab 18pt (ca. 24px) oder fetten Text ab 14pt (ca. 18,66px) als "großen Text" und wenden darauf eine mildere Anforderung an (mindestens 3:1 bei Stufe AA) als bei normalem Text.

Stufe AA von WCAG 2.1 gilt als der Mindeststandard, auf den sich die Gesetze und Richtlinien vieler Länder beziehen, zum Beispiel der ADA in den USA oder die Web Accessibility Directive der EU. Stufe AAA ist anspruchsvoller und nicht verpflichtend, wird aber gelegentlich für Inhalte empfohlen, bei denen Lesbarkeit besonders wichtig ist, etwa auf Websites öffentlicher Einrichtungen.

WCAG 2.x berechnet zunächst für jede Farbe die "relative Leuchtdichte" (relative luminance), indem die Gammakorrektur aus den sRGB-Werten entfernt wird. Anschließend wird das Kontrastverhältnis mit der Formel (L1+0,05)/(L2+0,05) berechnet, wobei L1 die Leuchtdichte der helleren und L2 die der dunkleren Farbe ist. Diese Berechnungsmethode ist als technische Spezifikation des W3C veröffentlicht.
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Übrigens – Die Entstehung der Barrierefreiheitsstandards

Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind eine internationale Richtlinie, die maßgeblich vom W3C (World Wide Web Consortium) entwickelt wurde. Die erste Version, WCAG 1.0, wurde 1999 veröffentlicht. Schon damals galt es als große Herausforderung, die Hürden zu verringern, denen sehbehinderte Nutzer beim Umgang mit dem Web über assistive Technologien wie Screenreader begegneten.

Kontrastanforderungen gewannen aus mehreren Gründen an Bedeutung, die mit der Vielfalt des menschlichen Sehvermögens zusammenhängen: Eine Farbsehschwäche betrifft einen relevanten Bevölkerungsanteil (bei Männern schätzungsweise etwa jeden zwanzigsten), mit zunehmendem Alter vergilbt die Augenlinse und die Kontrastempfindlichkeit nimmt ab, und Smartphone-Displays werden im direkten Sonnenlicht im Freien schwer erkennbar. Durch die Festlegung numerischer Kriterien konnten Designer die Barrierefreiheit objektiv überprüfen, statt sich allein auf ein subjektives Empfinden von guter Lesbarkeit zu verlassen.

Heute ist Barrierefreiheit im Web in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben. In Japan etwa wurde Unternehmen durch die Novelle des Gesetzes zur Beseitigung der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung im April 2024 die Bereitstellung angemessener Vorkehrungen verpflichtend auferlegt. Die Prüfung des Kontrastverhältnisses ist damit zu einer grundlegenden Qualitätsprüfung geworden, an der Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Website nicht mehr vorbeikommen.