ROE- und ROA-Rechner (Eigenkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite mit DuPont-Analyse)
Ein kostenloses Tool, das aus Jahresüberschuss, Eigenkapital, Gesamtvermögen und Umsatz sofort die Eigenkapitalrendite (ROE) und die Gesamtkapitalrendite (ROA) berechnet. Zusätzlich wird die DuPont-Analyse angezeigt: ROE = Nettomarge x Kapitalumschlag x Eigenkapitalmultiplikator.
Was die Berechnung von ROE und ROA bedeutet
Mit dem ROE- und ROA-Rechner können Sie Jahresüberschuss, Eigenkapital, Gesamtvermögen und Umsatz eingeben und erhalten sofort den ROE (Eigenkapitalrendite), der die Rentabilität aus Sicht der Aktionäre misst, sowie den ROA (Gesamtkapitalrendite), der die Effizienz des gesamten Vermögens misst. Während ein Rechner für die Nettomarge die Rentabilität im Verhältnis zum Umsatz zeigt, beantworten ROE und ROA eine andere, für Anleger oft wichtigere Frage: Wie effizient wird das im Unternehmen gebundene Kapital eingesetzt – sei es allein das Eigenkapital oder Eigenkapital plus Fremdkapital?
Speziell für den ROE zeigt dieses Tool zusätzlich die DuPont-Aufschlüsselung – Nettomarge x Kapitalumschlag x Eigenkapitalmultiplikator –, damit Sie genau erkennen können, welcher der drei Treiber für das jeweilige ROE-Niveau verantwortlich ist, statt den ROE als undurchsichtige Einzelzahl zu betrachten.
So verwenden Sie den Rechner
- Geben Sie den Jahresüberschuss ein Geben Sie den Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung ein. Bei einem Verlust geben Sie einen negativen Wert ein.
- Geben Sie das Eigenkapital ein Geben Sie die Summe des Eigenkapitals aus der Bilanz ein.
- Geben Sie das Gesamtvermögen ein Geben Sie die Bilanzsumme auf der Aktivseite ein.
- Geben Sie den Umsatz ein Geben Sie den Umsatz des betrachteten Zeitraums ein, der für die DuPont-Analyse benötigt wird.
- Prüfen Sie das Ergebnis ROE, ROA und die DuPont-Aufschlüsselung werden automatisch berechnet.
Tipps für die Nutzung
- Ein hoher ROE ist nicht automatisch eine gute Nachricht – ein Unternehmen kann den ROE allein dadurch steigern, dass es mehr Fremdkapital aufnimmt und das Eigenkapital verringert (ein hoher Eigenkapitalmultiplikator). Prüfen Sie zusätzlich den ROA, um die tatsächliche Effizienz des Vermögens unabhängig von der Finanzierungsstruktur zu beurteilen.
- Ist das Eigenkapital negativ (eine bilanzielle Überschuldung), verliert die ROE-Berechnung ihre Aussagekraft. Dieses Tool berechnet daher nur dann ein Ergebnis, wenn das Eigenkapital einen positiven Wert aufweist.
- Der ROE gehört zu den am häufigsten genutzten Kennzahlen der Aktienbewertung und wird oft zusammen mit dem KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) und dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) herangezogen, um Über- oder Unterbewertungen einzuschätzen.
- Vergleichen Sie beim Blick auf die Konkurrenz nicht nur den ROE eines einzelnen Jahres, sondern beobachten Sie die Entwicklung über mehrere Perioden und prüfen Sie die DuPont-Aufschlüsselung, um zu erkennen, ob Veränderungen der Rentabilität aus der Marge, der Vermögenseffizienz oder dem Leverage stammen.
- Der ROA ist im Vergleich zum ROE über Unternehmen mit unterschiedlicher Kapitalstruktur hinweg meist stabiler, da er nicht von der Höhe der Verschuldung beeinflusst wird. Das macht ihn zu einer nützlichen Gegenprobe, wenn zwei Unternehmen einen ähnlichen ROE, aber sehr unterschiedliche Verschuldungsgrade aufweisen.
Anwendungsfälle
Aktienanalyse vor einer Investition
Entnehmen Sie die Zahlen einem Geschäftsbericht, um schnell den ROE und den ROA eines potenziellen Investitionsziels zu berechnen und die Kapitaleffizienz des Managements einzuschätzen.
Vergleich mit Wettbewerbern
Vergleichen Sie ROE, ROA und die DuPont-Aufschlüsselung mehrerer Unternehmen derselben Branche, um zu erkennen, ob Leistungsunterschiede aus der Marge, der Effizienz oder dem Leverage stammen.
Prüfung der eigenen Kapitalstruktur
Prüfen Sie, in welchem Umfang der eigene ROE durch den Eigenkapitalmultiplikator statt durch die operative Leistung getragen wird – ein nützlicher Ausgangspunkt für Diskussionen über Verschuldung und Kapitalpolitik.
Glossar
- ROE (Eigenkapitalrendite)
- Der Jahresüberschuss geteilt durch das Eigenkapital, angegeben in Prozent. Misst die Rendite auf das von den Aktionären eingebrachte Kapital.
- ROA (Gesamtkapitalrendite)
- Der Jahresüberschuss geteilt durch das Gesamtvermögen (Fremdkapital plus Eigenkapital), angegeben in Prozent. Misst, wie effizient das gesamte Vermögen, einschließlich der Fremdfinanzierung, Gewinn erwirtschaftet.
- Eigenkapital
- Die Summe des Eigenkapitals in der Bilanz, bestehend aus dem von den Aktionären eingebrachten Kapital sowie den bisher angesammelten Gewinnrücklagen.
- Gesamtvermögen
- Die Bilanzsumme auf der Aktivseite, die der Summe aus Eigenkapital und Fremdkapital entspricht.
- DuPont-Analyse
- Eine Methode, die den ROE in drei multiplikative Faktoren zerlegt – Nettomarge, Kapitalumschlag und Eigenkapitalmultiplikator. Der Name geht auf das Unternehmen DuPont zurück, das diese Technik bekannt gemacht hat.
- Kapitalumschlag
- Der Umsatz geteilt durch das Gesamtvermögen (x). Misst, wie effizient ein Unternehmen sein Vermögen in Umsatz umsetzt.
- Eigenkapitalmultiplikator
- Das Gesamtvermögen geteilt durch das Eigenkapital (x). Je höher der Wert, desto stärker stützt sich ein Unternehmen auf Fremdfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Übrigens – warum der ROE die Rentabilität aus Sicht der Anleger zeigt
Der ROE (Return On Equity, Eigenkapitalrendite) zeigt, wie effizient ein Unternehmen das von den Aktionären eingebrachte Kapital in Gewinn verwandelt. Wie bereits im Übrigens-Abschnitt zum Rechner für die Nettomarge erwähnt, gibt die Nettomarge den Anteil des Umsatzes an, der als Endgewinn verbleibt, während der ROE die Perspektive der Aktionäre einnimmt: Wie stark ist das investierte Kapital tatsächlich gewachsen? Er zählt zu den am genauesten beobachteten Kennzahlen bei Aktieninvestitionen, und legendäre Investoren wie Warren Buffett betrachten einen dauerhaft hohen ROE seit Langem als eines der Kennzeichen eines Qualitätsunternehmens, das sich für ein langfristiges Investment eignet.
Der ROE lässt sich mit einer Methode namens DuPont-Analyse in drei multiplikative Faktoren zerlegen: die Nettomarge (Rentabilität), den Kapitalumschlag (Effizienz) und den Eigenkapitalmultiplikator (finanzielle Stabilität). Diese Zerlegung ist deshalb hilfreich, weil zwei Unternehmen denselben ROE aus völlig unterschiedlichen Gründen erzielen können. Ein Einzelhändler mit knappen Margen und hohem Lagerumschlag etwa hat häufig eine niedrige Nettomarge, die durch einen hohen Kapitalumschlag ausgeglichen wird, während ein Immobilienunternehmen tendenziell hohe Margen bei niedrigem Umschlag aufweist. Statt den ROE als reine Einzelzahl zu bewerten, lohnt es sich, zu klären, welcher Faktor das aktuelle Niveau tatsächlich trägt.
Der ROA (Return On Assets, Gesamtkapitalrendite) ist eng mit dem ROE verwandt, teilt den Jahresüberschuss aber durch das Gesamtvermögen (Fremdkapital plus Eigenkapital) statt allein durch das Eigenkapital. Da der ROA nicht in gleicher Weise durch Fremdkapitaleinsatz aufgebläht werden kann wie der ROE, lässt sich durch den Vergleich beider Kennzahlen schnell erkennen, ob ein Unternehmen seinen ROE vor allem durch zusätzliche Verschuldung steigert und nicht durch eine effizientere Geschäftsführung. Ein Unternehmen mit einem auffällig hohen ROE, aber vergleichsweise niedrigem ROA verdient einen genaueren Blick auf die Bilanz, bevor man von einem nachhaltigen Wachstum ausgeht.