SaaS-„Rule of 40"-Rechner
Gib deine Umsatzwachstumsrate und deine Gewinnmarge (EBITDA-Marge oder Free-Cashflow-Marge) ein, um sofort zu prüfen, ob dein SaaS-Unternehmen die „Rule of 40" erfüllt – die von Investoren gebräuchliche Faustregel zur Gesundheit eines Unternehmens. Du siehst die Differenz zum Ziel und welcher Hebel – Wachstum oder Profitabilität – mehr Verbesserungspotenzial hat.
Beispielkombinationen, die die Rule of 40 erfüllen
| Typ | Wachstumsrate | Gewinnmarge | Summe |
|---|---|---|---|
| Hohes Wachstum, Vorabinvestition | 60% | −20% | 40 |
| Moderat hohes Wachstum | 45% | −5% | 40 |
| Ausgeglichener Typ | 20% | 20% | 40 |
| Niedriges Wachstum, hohe Profitabilität | 10% | 30% | 40 |
| Reifer, stabiler Typ | 5% | 35% | 40 |
Hinweis: Jede Zeile ergibt in Summe genau 40. Ob Wachstum oder Profitabilität priorisiert werden sollte, hängt von der Unternehmensphase und der Finanzierungsstrategie ab.
Tipps zur Nutzung
- Für die Profitabilität kannst du entweder die EBITDA-Marge oder die Free-Cashflow-Marge (FCF) verwenden – achte beim Vergleich mit Wettbewerbern oder eigenen historischen Daten nur darauf, dieselbe Kennzahl konsequent zu nutzen.
- Ein einzelner Monat oder ein einzelnes Quartal kann durch Saisonalität verzerrt sein. Ein Durchschnitt der letzten zwölf Monate (TTM) liefert meist ein stabileres Ergebnis für deinen Rule-of-40-Wert.
- Auch bei negativem Wachstum (schrumpfendem Umsatz) kann eine sehr hohe Gewinnmarge die Summe über 40 heben – dadurch lässt sich die Regel auch flexibel auf reife Unternehmen anwenden.
- SaaS-Unternehmen in einer frühen Phase arbeiten häufig mit negativer Gewinnmarge und gleichen dies durch hohes Wachstum aus, um auf 40 zu kommen. Bei starkem Wachstum muss man die Profitabilität nicht überstürzt erzwingen.
- Probiere verschiedene Werte aus und beobachte, wie sich der Punkt im Diagramm bewegt – so siehst du intuitiv, ob Wachstum oder Profitabilität stärker gesteigert werden sollte, um die Grenzlinie zu überschreiten.
Häufig gestellte Fragen
Übrigens – Wie man „Wachstum gegen Gewinn" in eine einzige Zahl fasst
Die Rule of 40 wird meist Partnern der Risikokapitalgesellschaft Bessemer Venture Partners zugeschrieben, die sie um 2015 in Blogbeiträgen populär machten. Ursprünglich wurde sie als Faustregel vorgeschlagen, um privaten SaaS-Startups bei der wiederkehrenden Managemententscheidung zu helfen, ob Wachstum oder Profitabilität priorisiert werden soll. Ihr Reiz liegt darin, einen Zielkonflikt, den weder der Jahresumsatz noch die Gewinnmarge allein abbilden können, in einer einzigen, leicht kommunizierbaren Zahl zu bündeln – diese Einfachheit verbreitete sich rasch unter Investoren und Gründern.
Interessant an der Regel ist, dass sowohl ein Unternehmen mit hohem Wachstum und niedriger Profitabilität als auch eines mit niedrigem Wachstum und hoher Profitabilität sie gleichermaßen erfüllen können. Ein SaaS-Unternehmen in einer frühen Phase investiert womöglich stark in Marketing und Personal und nimmt dabei eine negative Gewinnmarge in Kauf, um ein Wachstum von 60 % zu erreichen. Ein reiferes Unternehmen, das einem gesättigten Markt für Neukunden gegenübersteht, akzeptiert dagegen vielleicht ein Wachstum von 5 bis 10 %, sichert sich dafür aber eine Gewinnmarge von über 30 %. Welche Strategie „richtig" ist, hängt stark vom Finanzierungsumfeld und der Wettbewerbssituation ab.
Mit dem weltweiten Zinsanstieg in den 2020er-Jahren begannen Investoren Berichten zufolge, bei der Anwendung der Rule of 40 der Profitabilität mehr Gewicht zu geben und Unternehmen mit soliden Margen reinen Wachstumsgeschichten vorzuziehen. Dennoch bleibt die Rule of 40 eine vereinfachte Faustregel, und es wird empfohlen, sie mit anderen Kennzahlen zu kombinieren – etwa dem Customer Lifetime Value (LTV) und den Kundenakquisitionskosten (CAC) –, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.