MRR- & ARR-Wachstumssimulator

Gib deinen aktuellen MRR, den monatlich neu hinzukommenden MRR, die Abwanderungsrate (Churn) und die Expansionsrate ein, um zu simulieren, wie sich dein monatlich wiederkehrender Umsatz (MRR) und dein jährlich wiederkehrender Umsatz (ARR) über die Zeit entwickeln. Inklusive Netto-Churn-Rate und Wachstumsdiagramm.

Typische monatliche Churn-Rate nach Kundensegment

Kundensegment Typische gesunde monatliche Churn-Rate
Enterprise (Großkunden, überwiegend Jahresverträge) Unter 0,5 %
Mid-Market (mittelständische Unternehmen) 1 % – 2 %
KMU (kleine und mittlere Unternehmen) 3 % – 5 %
Self-Service / Privatkunden (überwiegend Kreditkartenzahlung) 5 % – 7 % oder mehr

Hinweis: Je größer ein Vertrag und je mehr Personen an der Kündigungsentscheidung beteiligt sind, desto niedriger tendiert die Churn-Rate zu sein. Diese Werte variieren stark je nach Branche und Produkt und dienen nur als grobe Orientierung.

Tipps

  • Gib die Churn-Rate als Anteil des durch Kündigungen verlorenen MRR ein (umsatzbasierter Churn), nicht als reinen Prozentsatz gekündigter Konten — so spiegelt sie den Verlust wertvoller Kunden genauer wider.
  • Übersteigt deine Expansionsrate die Churn-Rate, entsteht ein "negativer Churn": Der MRR wächst allein durch Bestandskunden weiter, selbst ohne Neugeschäft. Das Ergebnisfeld weist automatisch darauf hin — einer der begehrtesten Zustände für ein SaaS-Unternehmen.
  • Setze den neuen MRR auf 0 und variiere nur Churn und Expansion, um die Gesundheit deines Bestandskundenstamms unabhängig von der Neukundengewinnung zu beurteilen.
  • Der Simulationszeitraum unterstützt bis zu 60 Monate (5 Jahre). Für die Quartals- oder Jahresplanung lohnt sich der Vergleich mehrerer Zeiträume, etwa 12 und 36 Monate, für ein genaueres Bild.

Häufig gestellte Fragen

MRR (Monthly Recurring Revenue) ist der planbare Umsatz, den ein Abo-Geschäft jeden Monat erzielt. ARR (Annual Recurring Revenue) ist dieser Wert hochgerechnet auf ein Jahr (MRR × 12). ARR wird häufig in Investorenunterlagen verwendet, um die Gesamtgröße des Geschäfts zu beschreiben, während MRR genutzt wird, um monatliche Wachstumstrends zu verfolgen.

Brutto-Churn zählt nur den durch Kündigungen und Downgrades verlorenen Umsatz, ohne Expansion zu berücksichtigen. Netto-Churn zieht die Expansionsumsätze (Upsell und Cross-Sell) vom Brutto-Churn ab und zeigt so die tatsächliche Nettoveränderung über den gesamten Bestandskundenstamm. Wird der Netto-Churn negativ, spricht man von "negativem Churn".

Es handelt sich um eine vereinfachte Simulation, die eine über den gesamten Zeitraum konstante Churn- und Expansionsrate voraussetzt. Reale Unternehmen schwanken von Monat zu Monat durch Saisonalität, Preisänderungen und Kündigungen von Großkunden — betrachte das Ergebnis daher als groben Wachstumstrend und nicht als exakte Prognose.

Das hängt stark von deinem Kundensegment ab. Enterprise-orientierte Unternehmen streben in der Regel unter 0,5 % monatlichen Churn an, während KMU-orientierte Unternehmen oft 3–5 % als gesund ansehen. Der passende Richtwert variiert je nach Branche, Preisniveau und Vertragsform — nutze die obige Segmenttabelle nur als grobe Orientierung.
ツールくん

Übrigens – Das "Eimer mit Loch"-Problem im SaaS-Geschäft

Das MRR-Wachstum eines SaaS-Unternehmens wird oft mit dem Befüllen eines Eimers mit Wasser verglichen. Neuer MRR ist das Wasser, das aus dem Hahn fließt; Churn ist ein Loch im Boden des Eimers. Egal wie stark man den Hahn aufdreht — ist das Loch groß genug, sammelt sich das Wasser nie an. Im schlimmsten Fall gewinnt ein Unternehmen weiterhin neue Kunden, während der gesamte MRR trotzdem schrumpft, ein Muster, das manchmal als "Todesspirale" bezeichnet wird. Genau deshalb investieren SaaS-Unternehmen ebenso stark in Kundenbindung (Onboarding und Customer Success) wie in die Neukundengewinnung.

Übersteigt der Expansionsumsatz aus Upsell und Cross-Sell den Churn, erreicht ein Unternehmen "negativen Churn": Der MRR wächst allein durch den Bestandskundenstamm organisch weiter, selbst ohne Neugeschäft. Nutzungs- oder platzbasierte SaaS-Produkte wie Slack oder Datadog sind dafür bekannt, dies zu erleichtern, da der Umsatz naturgemäß wächst, sobald sich die Nutzung innerhalb der Organisation eines Bestandskunden ausbreitet.

MRR und ARR wurden vor allem durch den Boom von SaaS-Börsengängen und Finanzierungsrunden in den 2010er-Jahren zu Standardkennzahlen in Investorenunterlagen. Ein einzelnes Jahr Gesamtumsatz sagt wenig darüber aus, ob dieser Umsatz sich im nächsten Monat wiederholt — wiederkehrender Umsatz hingegen fließt per Definition weiter, solange Kunden nicht kündigen, weshalb er sich als zentrale Kennzahl für die Nachhaltigkeit eines Abo-Geschäfts etabliert hat.