Keramikkondensator-Code-Umrechner (Code zu Kapazität und Kapazität zu Code)
Rechnet einen dreistelligen Code wie "104" in die Kapazität um, angezeigt in pF, nF und µF, oder berechnet aus einer Kapazität den Code. Inklusive Tabelle der Toleranzbuchstaben.
Toleranzbuchstaben-Tabelle (EIA-Norm)
| Buchstabe | Toleranz |
|---|---|
| B | ±0,1pF |
| C | ±0,25pF |
| D | ±0,5pF |
| F | ±1% |
| G | ±2% |
| J | ±5% |
| K | ±10% |
| M | ±20% |
| Z | +80% / -20% |
Was ist ein Keramikkondensator-Code? So steckt die Kapazität in drei Ziffern
Auf dem Gehäuse eines Keramikkondensators findet sich meist keine ausgeschriebene Kapazitätsangabe, sondern ein kompakter zwei- bis dreistelliger Zahlencode wie "104" – vergleichbar mit dem Farbring-System bei Widerständen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die signifikanten Stellen, die dritte Ziffer für einen Multiplikator als Zehnerpotenz, bezogen auf die Einheit Picofarad (pF). Multipliziert man beide Werte, erhält man die tatsächliche Kapazität: "104" bedeutet zum Beispiel 10 × 10^4 = 100.000pF = 100nF = 0,1µF. Diese Schreibweise erlaubt es, den Wert direkt am eingebauten Bauteil abzulesen, ohne es aus der Schaltung auslöten zu müssen.
Dieses Tool deckt beide Richtungen der Umrechnung ab: Im Modus "Code → Kapazität" geben Sie den aufgedruckten Code ein und erhalten die Kapazität gleichzeitig in pF, nF und µF angezeigt. Im Modus "Kapazität → Code" gehen Sie den umgekehrten Weg und lassen sich zu einer gewünschten Kapazität den passenden standardmäßigen dreistelligen Code berechnen. Auch die Sonderregel für die Multiplikatorziffer "9" sowie die Bedeutung des abschließenden Toleranzbuchstabens (etwa J, K oder M) werden dabei berücksichtigt, sodass Sie den Aufdruck eines Kondensators vollständig und korrekt entschlüsseln können.
Kondensator-Code ablesen und Kapazität ermitteln – Schritt für Schritt
- Berechnungsmodus wählen Möchten Sie anhand des Aufdrucks auf einem vorliegenden Bauteil die Kapazität herausfinden, wählen Sie "Code → Kapazität". Suchen Sie umgekehrt zu einer gewünschten Kapazität den passenden Code, wählen Sie "Kapazität → Code".
- Code oder Kapazität eingeben Im Modus "Code → Kapazität" geben Sie die zwei bis drei Ziffern vom Bauteil ein (z. B. 104) sowie, falls vorhanden, den abschließenden Toleranzbuchstaben. Im Modus "Kapazität → Code" tragen Sie stattdessen den Zahlenwert und die passende Einheit ein.
- Sonderfall der Multiplikatorziffer beachten Ist die dritte Ziffer eine "9", gilt die Ausnahme ×10^-1 (also mal 0,1) statt der üblichen Zehnerpotenz. Ein Blick darauf vor der Eingabe verhindert eine Fehlinterpretation um mehrere Zehnerpotenzen.
- Ergebnis prüfen Das Tool zeigt die Kapazität in pF, nF und µF an beziehungsweise den passenden standardmäßigen Code. Wurde ein Toleranzbuchstabe eingegeben, wird auch dessen Bedeutung mit ausgegeben.
- Mit der Toleranztabelle abgleichen Die Tabelle der Toleranzbuchstaben (nach EIA-Norm) auf dieser Seite zeigt, welchen zulässigen Fehlerbereich der abschließende Buchstabe des Codes jeweils angibt.
Tipps für die Nutzung
- Die einzige Ausnahme ist eine dritte Ziffer "9": Sie bedeutet ×10^-1 (also mal 0,1), nicht ×10^9. So ist "339" gleich 33 × 0,1 = 3,3pF.
- Ein 2-stelliger Code wie "47" hat gar keinen Multiplikator — er gibt den pF-Wert direkt an. Das ist bei sehr kleinen Keramikkondensatoren unter 10pF üblich.
- Der abschließende Buchstabe ist ein Toleranzcode. Bauteile für den allgemeinen Gebrauch verwenden meist K (±10 %) oder M (±20 %), Präzisionsbauteile eher J (±5 %) oder F (±1 %).
- Der Modus "Kapazität zu Code" liefert immer einen standardmäßigen dreistelligen Code. Passt Ihr Wert nicht exakt auf 2 signifikante Stellen, wird auf den nächstliegenden darstellbaren Wert gerundet.
- Ist ein Aufdruck wie "104" zu verblasst oder zu klein zum Lesen, messen Sie die Kapazität mit einem Multimeter und gleichen Sie sie im Modus "Kapazität zu Code" ab.
Typische Anwendungsfälle
Bauteilauswahl beim Elektronik-Basteln
Sie lesen den Aufdruck eines vorhandenen Kondensators aus und prüfen, ob der Wert mit der im Schaltplan vorgegebenen Kapazität übereinstimmt.
Bauteilidentifikation bei der Platinenreparatur
Ist der Aufdruck eines defekten Keramikkondensators auf einer Leiterplatte noch lesbar, lässt sich daraus sofort der benötigte Kapazitätswert für ein Ersatzteil ermitteln.
Berechnung von Sollwerten beim Schaltungsentwurf
Steht die gewünschte Kapazität für einen Entkopplungskondensator oder eine Filterschaltung bereits fest, ermittelt der Modus "Kapazität → Code" vorab den standardmäßigen Code, den Sie bei Bestellung oder Beschaffung angeben müssen.
Wareneingangsprüfung bei zugekauften Bauteilen
Bei einer größeren Lieferung Keramikkondensatoren lässt sich anhand der Aufdrucke schnell prüfen, ob die gelieferten Werte mit der Bestellung übereinstimmen.
Lern- und Übungsmaterial im Unterricht
Für Studierende der Elektrotechnik eignet sich das Tool auch dazu, die Sonderregel der Multiplikatorziffer "9" und die Bedeutung der Toleranzbuchstaben anhand konkreter Beispiele zu üben.
Glossar
- EIA-Code
- Ein von der Electronic Industries Alliance (EIA), dem US-amerikanischen Verband der Elektronikindustrie, festgelegter dreistelliger Zahlencode, der die Kapazität eines Keramikkondensators aus zwei signifikanten Ziffern und einer Multiplikatorziffer zusammensetzt. Die japanische Industrienorm (JIS) verwendet ein nahezu identisches System.
- Toleranzbuchstabe
- Ein einzelner Buchstabe am Ende des Codes, der angibt, wie stark die tatsächliche Kapazität vom angegebenen Wert nach oben oder unten abweichen darf. Gebräuchlich sind J (±5 %), K (±10 %) und M (±20 %); bei sehr kleinen Kapazitäten wird die Toleranz manchmal auch als absoluter Wert in pF angegeben.
- pF (Picofarad)
- Die Grundeinheit der Kapazität in diesem Zusammenhang: 1pF entspricht einem Billionstel Farad. Der Kondensator-Code baut direkt auf dieser Einheit auf.
- nF (Nanofarad)
- Eine Einheit, die 1.000pF beziehungsweise einem Tausendstel µF entspricht. Sie wird häufig für Werte verwendet, die zwischen pF und µF liegen.
- µF (Mikrofarad)
- Eine Einheit, die 1.000.000pF entspricht und vor allem bei vergleichsweise großen Kapazitäten wie Elektrolytkondensatoren gebräuchlich ist.
- Keramikkondensator
- Ein kleinbauender Kondensator, dessen Dielektrikum aus Keramik besteht. Aufgrund seiner geringen Größe und niedrigen Kosten wird er in der Elektronik sehr häufig eingesetzt, insbesondere als Entkopplungskondensator und zur Unterdrückung von Störsignalen.
- Multiplikator
- Der Wert, den die dritte Ziffer des Codes als Zehnerpotenz repräsentiert. Die Ziffern 0 bis 8 entsprechen direkt dem jeweiligen Exponenten, während die Ziffer 9 eine Ausnahme darstellt und ×10^-1 (also mal 0,1) bedeutet.
- Entkopplungskondensator
- Ein Kondensator, der in unmittelbarer Nähe eines ICs platziert wird, um Störsignale auf der Versorgungsspannung zu dämpfen und kurzzeitige Spannungsschwankungen abzufangen. Der Wert 104 (0,1µF) zählt zu den gebräuchlichsten Standardwerten hierfür.
Häufig gestellte Fragen
Übrigens – Der Kondensator-Code ist der zahlenbasierte Cousin des Widerstands-Farbcodes
Die meisten Keramikkondensatoren sind winzig, und wie bei Widerständen fehlt schlicht der Platz, um den vollständigen Kapazitätswert als Text aufzudrucken. Deshalb haben die EIA (Electronic Industries Alliance) und die JIS (japanische Industrienorm) einen kompakten dreistelligen Zahlencode standardisiert, der zwei signifikante Ziffern mit einer Multiplikatorziffer kombiniert – eine ähnliche Idee wie der Widerstands-Farbcode, nur mit Zahlen und einem Buchstaben statt farbigen Ringen ausgedrückt. Beide Systeme lösen dasselbe Problem: möglichst viele Informationen auf einem sehr kleinen Bauteil unterzubringen.
Der verwirrendste Teil dieses dreistelligen Systems ist der Fall, dass die Multiplikatorziffer "9" ist. Die Ziffern 0 bis 8 werden direkt als Zehnerpotenz verwendet, aber 9 ist ein Sonderfall und bedeutet ×10^-1 (0,1×) statt ×10^9. Läse man "339" fälschlich als 33 × 10^9 pF statt korrekt als 3,3pF, läge man um mehrere Zehnerpotenzen daneben – ein Fehler, der häufig genug vorkommt, um in vielen Lehrbüchern und Datenblättern ausdrücklich als klassische Anfängerfalle genannt zu werden.
Kondensator-Code-Tabellen gehören zum Standardrepertoire von Elektronik-Hobbyseiten und Datenblattanhängen und stehen oft direkt neben den Farbcodetabellen für Widerstände. Doch den auf einem echten Bauteil aufgedruckten Code tatsächlich einzugeben, um den Wert zu prüfen – oder umgekehrt von einer gewünschten Kapazität zum Standardcode zu gelangen –, kann eine statische Tabelle allein nicht leisten. Zusammen mit dem Widerstands-Farbcode-Rechner aus derselben Physik-Kategorie deckt dieses Tool die grundlegenden Umrechnungsarbeiten beim Ablesen passiver Bauteile vollständig ab.