Vigenère-Chiffre Ver-/Entschlüsseler (Schlüsselwort-Chiffre)

Ver- und entschlüsseln Sie Nachrichten mit der Vigenère-Chiffre vollständig in Ihrem Browser, wobei ein Schlüsselwort jeden Buchstaben um einen unterschiedlichen Betrag verschiebt. Ver- und entschlüsseln Sie mit demselben Schlüsselwort und betrachten Sie die Umwandlung Buchstabe für Buchstabe. Die gesamte Verarbeitung erfolgt lokal in Ihrem Browser.


Tipps

  • Die Vigenère-Chiffre wurde einst „le chiffre indéchiffrable“ (die unentzifferbare Chiffre) genannt und widerstand rund 300 Jahre lang jeder praktischen Kryptoanalyse.
  • Da sich das Schlüsselwort wiederholt, wiederholt sich bei einem kürzeren Schlüsselwort auch das Verschiebungsmuster schneller, was Kryptoanalytikern mehr Anhaltspunkte liefert. Längere Schlüsselwörter sind in der Regel sicherer.
  • Leerzeichen, Satzzeichen und Ziffern werden unverändert durchgereicht, ohne eine Position des Schlüsselworts zu verbrauchen, sodass zusätzliche Zeilenumbrüche oder Leerzeichen das zugrunde liegende Verschlüsselungsmuster nicht verändern.
  • Ver- und Entschlüsselung sind symmetrische Operationen mit demselben Schlüsselwort. Nutzen Sie die Schaltfläche „Ergebnis als Eingabe übernehmen“, um sofort zu testen, ob die gerade verschlüsselte Nachricht korrekt entschlüsselt wird.
  • Groß- und Kleinschreibung jedes Buchstabens bleibt im Ergebnis exakt wie eingegeben erhalten, auch wenn die Verschiebung intern anhand der Alphabetposition berechnet wird.

Häufig gestellte Fragen

1863 veröffentlichte der preußische Offizier Friedrich Kasiski die „Kasiski-Methode“, die anhand der Abstände wiederholter Teilzeichenketten im Geheimtext die Länge des Schlüsselworts schätzt und damit erstmals eine systematische Kryptoanalyse ermöglichte. Ist ein Teil des Klartexts bereits bekannt, lässt sich das Schlüsselwort auch per Known-Plaintext-Angriff rekonstruieren.

Die Caesar-Chiffre wendet auf die gesamte Nachricht eine einzige feste Verschiebung an, während die Vigenère-Chiffre den Zahlenwert jedes Schlüsselwort-Buchstabens nutzt, um jedem Buchstaben eine unterschiedliche, sich wiederholende Verschiebung zuzuweisen. Das macht einfache Häufigkeitsanalysen wirkungslos – genau das, was die Caesar-Chiffre so leicht angreifbar macht.

Lange wurde sie dem französischen Diplomaten Blaise de Vigenère zugeschrieben, doch dieselbe Grundmethode veröffentlichte bereits 1553 der italienische Kryptologe Giovan Battista Bellaso. Man geht heute davon aus, dass Vigenère selbst ein anderes Verfahren entwickelte, das erst später mit seinem Namen verknüpft wurde.

Sie sucht nach identischen Teilzeichenketten, die sich im Geheimtext wiederholen, und bildet den größten gemeinsamen Teiler der Abstände zwischen ihnen, um die Schlüsselwortlänge zu schätzen. Ist die Länge bekannt, lässt sich jede Position einzeln mit gewöhnlicher Häufigkeitsanalyse angreifen – das Problem reduziert sich damit auf mehrere einfache Caesar-Chiffren.

Nein, jede beliebige Buchstabenfolge funktioniert unabhängig von ihrer Bedeutung. In der Praxis wurden echte Wörter jedoch oft wegen ihrer leichteren Merkbarkeit gewählt, und genau diese Vorhersehbarkeit verschaffte der Kryptoanalyse, etwa der Kasiski-Methode, mitunter einen zusätzlichen Vorteil.
ツールくん

Übrigens – Wie die Kasiski-Methode eine „unentzifferbare“ Chiffre knackte

Die Vigenère-Chiffre trägt den Namen des französischen Diplomaten Blaise de Vigenère aus dem 16. Jahrhundert, war aber vermutlich nicht seine eigentliche Erfindung. Bereits 1553 hatte der italienische Kryptologe Giovan Battista Bellaso im Wesentlichen dieselbe Methode veröffentlicht: jeden Buchstaben um einen Betrag zu verschieben, der von einem zyklisch wiederholten Schlüsselwort bestimmt wird. Vigenère selbst wurde später durch seine Schriften des 16. Jahrhunderts mit einer anderen Chiffre in Verbindung gebracht, und diese falsche Zuschreibung setzte sich erst im 19. Jahrhundert endgültig durch – ein klassischer Fall verwechselter Urheberschaft in der Wissenschaftsgeschichte.

Während die Caesar-Chiffre nur eine einzige feste Verschiebung nutzt und die mechanische Enigma-Maschine die Verschiebung bei jedem Walzenschritt ändert, erreicht die Vigenère-Chiffre durch das zyklische Wiederholen eines leicht zu merkenden Schlüsselworts für jeden Buchstaben eine andere Verschiebung. Eine mit einer einzigen Caesar-Verschiebung verschlüsselte Nachricht fällt schnell einer einfachen Häufigkeitsanalyse zum Opfer, doch die Vigenère-Chiffre glättet die scheinbare Buchstabenhäufigkeitsverteilung, weshalb sie bis weit ins 19. Jahrhundert hinein als „le chiffre indéchiffrable“ (die unentzifferbare Chiffre) galt und praktisch weit verbreitet blieb.

Dieser Ruf endete, als der preußische Offizier Friedrich Kasiski 1863 seine „Kasiski-Methode“ veröffentlichte. Durch die Messung der Abstände zwischen wiederholten Teilzeichenketten in einem Geheimtext zeigte er, wie sich die Schlüsselwortlänge schätzen lässt; ist die Länge bekannt, kann jede Position mit derselben Häufigkeitsanalyse angegriffen werden, die auch eine einfache Caesar-Chiffre knackt. Damit wurde eine rund dreihundert Jahre lang praktisch sichere Methode systematisch angreifbar – ein echter Wendepunkt in der Geschichte der Kryptoanalyse.

Interessanterweise wäre die Vigenère-Chiffre mathematisch gleichwertig mit dem theoretisch unknackbaren „One-Time-Pad“, wenn das Schlüsselwort genauso lang wie der Klartext wäre und nur einmal verwendet würde. Die eigentliche Schwäche in der Praxis entstand durch die Wiederverwendung kurzer Schlüsselwörter – eine Lehre über Schlüsselverwaltung, die das Design moderner Kryptografie bis heute prägt.