Farbcode-Rechner für Induktivitäten (Spulen) (Farben → Induktivität und Induktivität → Farben)
Berechnet Induktivität und Toleranz einer kleinen Induktivität (Spule) anhand ihrer 3 oder 4 Farbringe, angezeigt in µH, mH und H. Alternativ kann ein Induktivitätswert eingegeben werden, um die passenden Farbringe zu ermitteln.
Farbring-Referenztabelle
| Farbe | Ziffer | Multiplikator (µH) | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Schwarz | 0 | ×1 | — |
| Braun | 1 | ×10 | ±1% |
| Rot | 2 | ×100 | ±2% |
| Orange | 3 | ×1.000 | ±3% |
| Gelb | 4 | ×10.000 | ±4% |
| Grün | 5 | ×100.000 | — |
| Blau | 6 | ×1.000.000 | — |
| Violett | 7 | ×10.000.000 | — |
| Grau | 8 | ×100.000.000 | — |
| Weiß | 9 | ×1.000.000.000 | — |
| Gold | — | ×0,1 | ±5% |
| Silber | — | ×0,01 | ±10% |
| Kein Ring (unmarkiert) | — | — | ±20% |
Was ist der Farbcode von Induktivitäten (Spulen)? – So lässt sich die Induktivität aus den Farbringen ablesen
Kleine Induktivitäten (Spulen) tragen, ähnlich wie Widerstände, mehrere farbige Ringe auf ihrem Gehäuse, mit denen ein Zahlenwert codiert wird. Bei drei Ringen werden zwei Ziffern und ein Multiplikator dargestellt, bei vier Ringen kommt zusätzlich ein Toleranzring hinzu, sodass sich die Induktivität in µH (Mikrohenry) ablesen lässt. Die Farbfolge für die Ziffern (Schwarz=0 bis Weiß=9) ist mit der Farbcodierung von Widerständen identisch, was leicht zu Verwechslungen führt: Der Multiplikator ergibt hier jedoch µH statt Ω, und auch die Zuordnung von Toleranzringfarbe zu Prozentwert weicht von der bei Widerständen üblichen Tabelle ab.
Dieses Tool bietet zwei Berechnungsrichtungen: Im Modus „Farben → Induktivität" wird aus einer Farbringkombination die Induktivität samt Toleranz berechnet, im Modus „Induktivität → Farben" wird umgekehrt aus einem gewünschten Induktivitätswert die passende Standardfarbfolge ermittelt. Damit eignet es sich sowohl für die Identifikation eines kleinen Bauteils auf einer Platine unter der Lupe oder dem Mikroskop als auch für die Suche nach einem Bauteil mit einem konkret benötigten Wert in der Entwurfsphase.
So lesen Sie den Farbcode einer Induktivität
- Berechnungsmodus wählen Um aus den Farbringen eines vorliegenden Bauteils die Induktivität zu ermitteln, „Farben → Induktivität" wählen; um umgekehrt die Farbringe zu einem gewünschten Wert zu finden, „Induktivität → Farben" wählen.
- Farben von Ring 1 und Ring 2 wählen Die Seite mit dem größeren Abstand zwischen den Ringen gilt als rechtes Ende. Von links beginnend die Farben der 1. und 2. Ziffer aus dem Auswahlmenü wählen.
- Farbe des Multiplikatorrings wählen Den dritten Farbring auswählen. Diese Farbe legt fest, mit welcher Zehnerpotenz multipliziert wird; die Einheit ist µH.
- Farbe des Toleranzrings wählen (bei 4 Ringen) Ist ein vierter Ring vorhanden, dessen Farbe auswählen. Fehlt er bei einer 3-Ring-Induktivität, gilt normgemäß eine Toleranz von ±20%.
- Ergebnis ablesen Die Induktivität wird in µH, mH und H sowie der zugehörige Toleranzbereich angezeigt.
Tipps für die Nutzung
- Der Farbcode von Induktivitäten verwendet dieselben Ziffern- und Multiplikatorfarben wie Widerstände, die Einheit ist jedoch µH (Mikrohenry) statt Ω. Braun-Schwarz-Rot-Gold entspricht bei einem Widerstand 1kΩ, bei einer Induktivität dagegen 1000µH (1mH).
- Bei einer 3-Ring-Induktivität fehlt der Toleranzring, der konventionell mit ±20% angenommen wird. Ist ein 4. Ring vorhanden, dessen Farbe auswählen, um die genaue Toleranz zu sehen.
- Die Zuordnung von Toleranzringfarbe zu Prozentwert unterscheidet sich von Widerständen: Orange=±3%, Gelb=±4% und Schwarz=±20% gelten speziell für Induktivitäten – wird die Toleranztabelle von Widerständen übernommen, entsteht ein falsches Ergebnis.
- Findet der Modus „Induktivität → Farben" keine Übereinstimmung, rundet sich der eingegebene Wert vermutlich nicht sauber auf 2 signifikante Stellen. Auf den nächstliegenden Standardwert runden und erneut versuchen.
- HF-Drosseln und Entstördrosseln für Stromleitungen sind oft mit kleinen Werten (wenige µH bis einige Hundert µH) beschriftet, daher lässt sich der Wert meist am einfachsten zuerst in µH eingeben.
Anwendungsbeispiele
Identifikation einer unbekannten Spule auf einer Platine
Ist die Typbezeichnung einer kleinen, als Netzteil- oder Entstörbauteil verbauten Induktivität nicht mehr lesbar, lässt sich über die Eingabe der Farbringe die Induktivität ermitteln – ein hilfreicher Ansatzpunkt für Reparatur und Analyse.
Bauteilauswahl in der Entwurfsphase
Steht beim Entwurf eines DC-DC-Wandlers oder eines HF-Filters bereits der gewünschte Induktivitätswert fest, lässt sich im Modus „Induktivität → Farben" vorab ermitteln, nach welcher Farbfolge im Fachhandel oder Katalog gesucht werden muss.
Wareneingangsprüfung gelieferter Bauteile
Bei einer größeren, etwa im internationalen Onlinehandel bestellten Charge Induktivitäten lässt sich anhand der Farbringe prüfen, ob die gelieferten Werte tatsächlich der Bestellspezifikation entsprechen.
Lernen des Farbcodes in Ausbildung und Unterricht
Für Studierende der Elektrotechnik eignet sich das Tool auch, um die von Widerständen abweichende Zuordnung von Farbe zu Prozentwert bei Induktivitäten anhand konkreter Beispiele nachzuvollziehen.
Glossar
- Induktivität
- Eine Größe, die angibt, wie stark eine Spule einer Änderung des durch sie fließenden Stroms entgegenwirkt. Die Einheit ist H (Henry); bei kleinen Bauteilen sind das tausendstel mH und das millionstel µH gebräuchlich.
- Farbring (Farbband)
- Ein auf dem Gehäuse einer Induktivität oder eines Widerstands aufgedruckter, farbiger Ring, der einen Zahlenwert codiert. Ziffern, Multiplikator und Toleranz werden jeweils durch die Farbe eines eigenen Rings dargestellt.
- Multiplikatorring
- Der auf die Ziffernringe folgende Farbring, der angibt, mit welcher Zehnerpotenz die vorangehenden ein oder zwei Ziffern multipliziert werden. Bei Induktivitäten ergibt sich daraus ein Wert in µH.
- Toleranz
- Der Bereich, um den der tatsächliche Wert einer Induktivität vom angegebenen Nennwert abweichen darf. Er wird durch die Farbe des vierten Rings angezeigt; fehlt dieser, gilt normgemäß ±20%.
- HF-Drossel
- Eine Induktivität, die hochfrequente (HF) Störsignale dämpft und nur Gleichstrom- oder niederfrequente Signale durchlässt. Sie wird auch häufig zur Entstörung von Stromleitungen eingesetzt.
- JIS/EIA-Normen
- JIS ist die japanische Industrienorm, EIA eine vom US-amerikanischen Elektronikverband festgelegte Norm. Der Farbcode für Induktivitäten ist nicht in einer einzigen internationalen Norm vereinheitlicht, weshalb Referenztabellen aus verschiedenen Quellen im Detail leicht voneinander abweichen können.
Häufig gestellte Fragen
Übrigens – warum Spulen dieselbe Farbsprache wie Widerstände verwenden
Kleine Induktivitäten (Spulen) werden häufig als zylindrische Bauteile gefertigt, die Widerständen zum Verwechseln ähnlich sehen, und stehen vor denselben engen Platzgrenzen beim Bedrucken. Deshalb wurde das für Widerstände entwickelte Prinzip „Ziffern durch Farben darstellen" direkt übernommen, wobei dieselbe Reihenfolge von Schwarz=0 bis Weiß=9 wiederverwendet wird. Die dargestellte physikalische Größe ist jedoch eine andere – µH (Induktivität) statt Ω (Widerstand) –, sodass jemand, der ein Bauteil nicht als Spule statt als Widerstand erkennt, den Wert leicht um mehrere Zehnerpotenzen falsch lesen kann.
Auch die leicht abweichende Farbzuordnung des Toleranzrings sorgt seit Langem für Verwirrung in der Praxis. Widerstände verwenden hochpräzise Farben wie Grün=±0,5%, Blau=±0,25% und Violett=±0,1%, während bei Induktivitäten üblicherweise Orange=±3%, Gelb=±4% und Schwarz=±20% verwendet werden – Zuordnungen, die in der Widerstandstabelle überhaupt nicht vorkommen. Dies liegt daran, dass Widerstände und Induktivitäten im Laufe der Zeit von verschiedenen Branchengruppen eher unabhängig voneinander standardisiert wurden und nicht auf einer einzigen, einheitlichen internationalen Norm beruhen; mehrere Quellen beschreiben ähnliche, aber nicht identische Konventionen.
Kleine Induktivitäten leisten still ihre Arbeit an leicht übersehenen Stellen – etwa in HF-Abstimm- und Filterschaltungen sowie in Drosselspulen zur Unterdrückung von Störgeräuschen auf Stromleitungen, um zwei gängige Beispiele zu nennen. Auf einer vollgepackten Platine sind sie zwischen Kondensatoren und Widerständen oft schwer zu erkennen, und bei Feldarbeiten, bei denen eine direkte Messung oder ein Blick ins Datenblatt nicht praktikabel ist, ist das Ablesen der Farbringe manchmal der einzige verfügbare Hinweis. Dieses Tool ist als Ergänzung zum Farbcode-Rechner für Widerstände und zum Konverter für Kondensatorcodes in derselben Elektrizitäts-Unterkategorie gedacht und deckt gemeinsam mit ihnen das Ablesen von Bauteilbeschriftungen bei passiven Bauelementen ab.